Gefahren wegen Wassernot:









Globale Wassernot in weniger als 20 JahrenDer vierte Umweltbericht der Vereinten Nationen entwirft ein düsteres Szenario: Im Jahr 2025 könnten bereits mehr als 1,8 Milliarden Menschen in Gegenden mit großer Wasserknappheit leben.

Ferner zeigt der Bericht, dass mehr als 60 Prozent aller Ökosysteme weltweit geschädigt sind.Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat vor einer großen Wasserknappheit in weniger als 20 Jahren gewarnt. Wenn die derzeitigen Entwicklungen andauerten, würden im Jahr 2025 mehr als 1,8 Milliarden Menschen in Gegenden mit großer Wasserknappheit leben, teilte UNEP-Vertreterin Elizabeth Migongo-Bake bei der Vorstellung des Globalen Umweltzustandsberichts (GEO-4) in Berlin mit.

An Krankheiten durch verschmutztes Wasser sterben demnach schon jetzt in Entwicklungsländern jährlich drei Millionen Menschen – die meisten davon Kinder unter fünf Jahren.

Aus dem UNEP-Bericht geht auch hervor, dass weltweit mehr als 60 Prozent aller Ökosysteme geschädigt sind und übernutzt werden. Der Bericht unter dem Titel „Environment for Development“ gibt einen Überblick über die wichtigsten globalen Entwicklungen in den Bereichen Atmosphäre/Klima, Biodiversität, Wasser sowie Land/Boden.

Der Bericht knüpft an die vor 20 Jahren veröffentlichte Studie der Brundtland-Kommission „Our Common Future“ (Unsere gemeinsame Zukunft) an, welche die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung propagierte.


Rund 400 Wissenschaftler haben vier Jahre an dem UNEP-Bericht gearbeitet, der auch eine Grundlage für Entscheidungsträger sein soll. Darin wird aber auch betont, wie wichtig es sei, dass jeder seinen Teil zum Umweltschutz beitrage.

Es ist der vierte UNEP-Bericht, der sich mit dem globalen Zustand der Umwelt befasst. Die Berichte werden in der Serie „Global Environment Outlook“ (GEO) publiziert und erscheinen alle drei bis fünf Jahre.


Die Erkenntnisse der Wissenschaftler zum Thema Wasser entsprechen den Untersuchungsergebnissen des Weltklimarates, wonach weltweit bis zu 40 Prozent aller Menschen von Veränderungen in der Eis- und Schneespeicherung, Verschiebungen beziehungsweise Verknappungen im Wasserkreislauf sowie durch Trockenheit betroffen sind.

Laut GEO-4 könnten im Jahr 2050 bereits mehr als 5,1 Milliarden Menschen in Gegenden mit großer Wasserknappheit leben. Auch die Überfischung der Meere wird als gravierendes Problem angeführt. Zudem seien die für die Ernährung der Menschen wichtigen Fischbestände durch Rückstände von Kunstdünger und Medikamenten in Abwässern bedroht.


Die Ergebnisse des Berichts belegten „eindringlich die Notwendigkeit, dass effektive multilaterale Institutionen geschaffen werden müssen, die in der Lage sind, diese großen Probleme zielstrebig und umfassend anzugehen“, sagte Müller.

Die Bundesregierung trete mit mehr als 50 Staaten weltweit dafür ein, die UNEP zu einer „schlagkräftigen“ UN-Umweltorganisation zu machen. Bei Fragen des Klimaschutzes, der Knappheit von Rohstoffen und beim Natur- und Artenschutz müssten dringend Fortschritte erzielt werden.


AFP/OC